Edith Stein Kapelle im Hanusch Krankenhaus in Wien

Am 20. Februar 2013 wurde die wiedereröffnete Kapelle im wiener Hanusch-Krankenhaus im Rahmen einer hl. Messe, welche von Bischofsvikar P. Mag. Dariusz Schutzki zelebrierte wurde, feierlich eingeweiht.

Bei der Feierlichkeit anwesend waren unter anderem der Ärztliche Leiter des Hanusch-Krankenhauses, Primarius Univ.-Prof. Dr. Klaus Klaushofer, Leo Zogmayer, der für die künstlerische Gestaltung der Kapelle verantwortlich ist, sowie P. Gheorghita Dobrica, PAss. Mag. Teresa Dallinger, PAss. Mag. Doris Rupp, die zum Seelsorgeteam des Hauses gehören.

In seinen Begrüßungsworten zeichnete Primarius Klaushofer die Lebenswege von Ferdinand Hanusch, dem Namensgeber des Spitals, und von Edith Stein nach. Beide verbindet ihr konsequenter Einsatz für ihre Mitmenschen. So legte Sozialpolitiker Hanusch nach dem Ersten Weltkrieg wesentliche gesetzliche Grundsteine für Jugendfürsorge, Sozialversicherung, Arbeitsvermittlung und – gemeinsam mit Julius Tandler – Volksgesundheit. Die Philosophin, Karmelitin und Märtyrerin Edith Stein wiederum setzte sich unter anderem für die verfolgten Juden ein und forderte 1933 Papst Pius XI in einem Brief auf, öffentlich gegen die Judenverfolgung zu protestieren.

Bischofsvikar Schutzki betonte in seiner Predigt die zentrale Rolle der Kapelle in einem Krankenhaus als Gotteshaus, als Ort der Begegnung der Menschen mit Gott - besonders in den schweren Momenten des Lebens. Gerade dann, wenn schmerzliche Schicksalsschläge unser Leben treffen, können wir unter dem Kreuz Zuflucht suchen, bei Gott, der uns beisteht, ja der alles schon erlitten hat.

 

Aus der Beschreibung der Kapelle

"Unter Nutzung der gegebenen Raumgestalt wurde die Kapelleneinrichtung auf einen kreisrunden Communio-Raum umgestellt. Der quadratische Raum mit der zentrierenden Deckenkonstruktion eignet sich hiefür optimal. 

Der „Tisch des Brotes“ steht im Zentrum unter der raumbestimmenden, aus neun Betonröhren gebildeten "Laterne". Durch die Diagonalstellung seiner Unterkonstruktion aus Eichenstaffeln entsteht ein räumlich skulpturales Kreuzzeichen analog zur Betondecke der Kapelle. Die Deckplatte des Altartisches besteht aus 12mm starkem blauem Glas. Entlang der vier Kanten ist der Text des 23. Psalms in ausgesparten Lettern lesbar. Das Pult für das Evangeliar kann im Bedarfsfall als Ambo Verwendung finden. Der Tabernakel wurde auf Wunsch des zuständigen Priesters in den Versammlungskreis integriert. 

Die Sitzmöbel bilden im Communio-Raum, anders als in herkömmlichen frontalen Ausrichtungen, einen wesentlichen Teil der liturgischen Einrichtung. Außerhalb der liturgischen Feierzeiten bilden sie quasi Platzhalter für die Menschen der Gemeinde. Jedes Sitzmöbel bestimmt nicht unwesentlich unsere Sitzhaltung mit. Im Kultraum steht es für die Entsprechung von äußerer und innerer Haltung. Konstruktiv sind die Stühle nach dem gleichen Prinzip wie Altar und Ambo gestaltet. Die verwendeten Materialien sind Eichenholz und anthrazitfarbiger bzw. dunkelroter Wollfilz."

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